Montag, 24. November 2025

[Rezension] Rose in Chains


Autor: Julie Soto 

Titel: Rose in Chains – Die Evermore-Reihe, Band 1 

Gattung: Romantasy 

Erscheinungsdatum: 16. Juli 2025 

Verlag: Goldmann Verlag 

Preis: 18,00 € (Paperback) & 12,99 € (Kindle-Edition) 

Seitenzahl: 641 Seiten 

Früher einmal herrschte ein brüchiger Frieden zwischen den Reichen Evermore und Bomard. Um ihn zu wahren, besuchten Kinder beider Seiten gemeinsam ein Internat, wo sie ihre magischen Kräfte schulten. Doch dann kam es zum Krieg, und nun haben die dunklen Mächte Bomards gesiegt. Die junge Briony Rosewood gerät mit vielen Frauen ihres Hofes in Gefangenschaft. Ihrer Magie beraubt, werden sie in einer dramatischen Auktion versteigert. Als letzte Prinzessin ihres Hauses, in deren Adern goldenes Blut fließen soll, erzielt Briony den höchsten Preis. Ausgerechnet Toven Hearst soll sie von nun an besitzen. Seine Familie gehört zu den mächtigsten Bomards, und Toven ist Brionys Todfeind. Doch der hochgewachsene Mann mit den silbrig-weißen Haaren ist auch der heimliche Schwarm ihrer Schulzeit … 

Richtig, richtig hübsch! Ich liebe die Darstellung der beiden Protagonisten neben den kleinen Details. Auch dieser Cut-Out rund um Brionys Gestalt mit Toven im Hintergrund sieht ja mal wirklich klasse aus.  

Vor einigen Wochen bin ich über dieses hübsche Buch gestolpert, welches ich letztlich gekauft habe, weil ich einen Liebesroman derselben Autorin gelesen und geliebt habe. Ich wusste nichts über irgendwelche FanFictions oder Verbindungen zur Harry Potter Welt und mit hoher Wahrscheinlichkeit ändert dies leider auch nichts an meiner Meinung zu diesem Werk.  

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass mir wenig positives zu „Rose in Chains“ einfällt, auch wenn ich bis zur allerletzten Seite drangeblieben bin und auf ein Wunder gehofft habe. Gerade Worldbuilding, Schreibstil und unsere Protagonisten können mich überhaupt nicht überzeugen. Das Worldbuilding bringt durchaus die richtigen Elemente mit, um zu überzeugen, doch durch Schreibstil und Erzählweise wirkt alles furchtbar chaotisch und blass zugleich. Angefangen bei entscheidenden Aspekten wie die Unterschiede der Zaubereianwendung, der Krieg zwischen Evermore und Bomard, die zehn Familien und deren Nachfolger über Kleinigkeiten, dass die Charaktere merkwürdigerweise Streichhölzer für Feuer brauchen, Menschen trotz eines magischen Hauses einfach entkommen können oder die Magie als solche überraschend regelmäßig vergessen wird. Die Beschreibungen waren für mich wenig nachvollziehbar, ich habe superschnell den Überblick verloren, und hatte auch keine Lust mir irgendwelche Namen und Gesichter zu merken, nachdem das halbe Buch schon an mir vorbeigezogen ist.  

Briony Rosewood kann ich persönlich leider nur als wahnsinnig anstrengend beschreiben. Es gab so viele Momente, wo ich ihr Verhalten schlichtweg dumm fand. So viele Gelegenheiten ihr eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen, sich zu beweisen, zu befreien, zu kämpfen, die fröhlich immer wieder aufs Neue an ihr vorbei gingen. Ich hatte total lange den Eindruck, dass sie sich dem Ernst der Lage gar nicht bewusst ist, dass sie einfach nicht begreift, dass sie es trotz allem immer noch viel zu guthat. Ich meine, mal im Ernst, sie schwebte eigentlich nie in richtiger Gefahr, hatte ein Dach über dem Kopf, Kleidung und Nahrung und dennoch waren ihre eigenen Bemühungen den Verlauf des Krieges zu ändern überaus erbärmlich. Zudem kommt noch dazu, dass ich mich des Eindruckes nicht verwehren kann, dass die Autorin verzweifelt, darum bemüht war, Briony als das Goldstück des Königreiches zu etablieren. Angeblich hatten alle Männer Interesse an ihr, sie sei unfassbar hübsch und volksnah – das hat mich wahnsinnig gemacht. Wo waren ihre Fehler? Ihre Ecken und Kanten? Wo ihre Intelligenz?  

Auch Toven Hearst passt mal so gar nicht zu dem, was ich mir vorgestellt habe. Er war die ganze Zeit so verbohrt, so festgefahren in seinem Auftreten und irgendwann kam der Punkt, an dem ich gebetet habe, dass endlich etwas Lebendiges und Echtes aus ihm hervorbricht. Selbst die eher dunkle Seite seiner Natur bzw. wie er versucht nach außen hin zu wirken – gerade bei Mallows Schergen – war so dürftig, überhaupt nicht überzeugend und lässt seinen Charakter letztlich blass und einfallslos erscheinen. Auch sein Umgang mit Briony war frustrierend ohne Ende. Gefühlstechnisch dreht sich dieses Buch immer wieder im Kreis.  

Die Aufeinandertreffen beider gingen mir irgendwann nur noch auf die Nerven. Die Streitereien wirkten kindisch und manchmal an den Haaren herbeigezogen, was auch für einige Gespräche gilt. Tovens ewige weg-Rennerei, Brionys Stolz und auch das holzige Verhalten aller Charaktere gingen mir gegen den Strich. Selbst das ewige sexualisierte Verhalten von Mallows Leuten war mir irgendwann einfach zu viel – es gibt kaum Nuancen, kaum Facettenreichtum, um diese Geschichte wirklich lebendig zu machen.  

Ich werde mir den zweiten Teil definitiv nicht kaufen und bin von dieser Geschichte ehrlich enttäuscht.  

Ich glaube alle die die dieses Buch geliebt haben, haben was anderes gelesen als ich. Ich fand "Rose in Chains" leider gar nicht gelungen und gerade Briony Rosewood, das Worldbuilding und die Erzählweise an sich haben es mir schwer gemacht überhaupt etwas positives daran zu finden.  

Von mir gibt es 2,5 von 5 Sternen.  


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