Autor: J. R. Ward
Titel: Die Geliebte – Black Dagger Band 40
Gattung: Romantasy
Erscheinungsdatum: 13. November 2024
Verlag: HEYNE Verlag
Preis: 13,00 € (Taschenbuch) & 9,99 € (Kindle-Edition)
Seitenzahl: 657 Seiten
Der Weg zum Glück war lange und steinig für den Vampirkrieger Zsadist. Erst bei der Bruderschaft BLACK DAGGER fand der ehemalige Blutsklave ein Zuhause, eine Bestimmung und in der schönen Bella seine große Liebe. Als die beiden dann auch noch Eltern der bezaubernden Nalla wurden, gingen für Zadist alle Wünsche in Erfüllung. Doch nun ist Nalla erwachsen, und die Bruderschaft sieht sich neuen Bedrohungen gegenüber. Als Nalla sich dann auch noch verliebt, steht das gefährlichste Mitglied der Bruderschaft vor einer geradezu unlösbaren Aufgabe: das Herz seiner Tochter zu beschützen ...
Ich habe gerade aktuell eine weniger bekannte Reihe dieser Autorin beendet und dachte mir, dass ich doch gleich den nächsten Band der Black Dagger Buchreihe lesen könnte, die ich nun schon seit einigen Jahren begleite. Leider und so sehr es mich schmerzt es erneut zugeben zu müssen, finde ich, dass die Bücher in den letzten Jahren an Qualität verloren haben.
Zunächst einmal gehörte Nate nie zu meinen Favoriten und nach diesem Band wird sich daran in nächster Zeit auch nichts ändern. Ja, er hatte eine schlimme Kindheit, ist mit der schlimmsten Sorte Mensch aneinandergeraten und muss mit Sicherheit eine Menge aufholen. Aber darüber hinaus? Weiß ich ehrlich nicht, warum Nate sich so verhält wie er es nun mal tut. Er ist ein schlechter Freund, ein noch schlechterer Sohn und der Grund, warum er all das vor sich selbst und damit auch vor uns Leser*innen rechtfertig ist die einfache Tatsache, dass eine Frau kein Interesse an einer Beziehung mit ihm gehabt hat. Dass auch seine Unsterblichkeit eine zentrale Rolle einnimmt, kann ich vielleicht noch akzeptieren, doch in seiner Position sofort davon auszugehen, dass das Leben als solches keinen Wert mehr hat und man anderen wahllos vor den Kopf stoßen kann ging partout nicht in meinen Kopf.
Auch Nalla, unsere weibliche Protagonistin ging mir gewaltig auf den Keks. Sie gibt lieber ihren Eltern und auch ihrer besten Freundin die Schuld an ihrer eigenen Unzufriedenheit, statt etwas an ihrem Leben zu ändern. Ja mein Gott, ihr Vater ist einer der gefürchtetsten Krieger der Bruderschaft, doch sich am laufenden Band selbst zu bemitleiden und gegen die eigenen Eltern zu sticheln brachte ihr keinerlei Sympathiepunkte ein.
Die Beziehung der beiden, welche sich innerhalb weniger Tage von beinahe Fremden zu auf ewig Liebenden entwickelte, fand ich wenig überzeugend. Es gab schöne Momente zwischen beiden, es gab tolle Gespräche, ernste Themen und durchaus einige Parallelen, die verbanden. Doch darüber hinaus? Ich fand den Wandel von beiden viel zu abrupt, viel zu gradlinig und gerade die Beziehung der beiden bzw. die Liebe für den jeweils anderen, die ja nun für beide ein entscheidender Wendepunkt ist, wirkte auf mich viel zu erzwungen. Wenn ich da an andere Beziehungen der Reihe denke, wie man umeinander geworben und gekämpft hat, sind Nallas und Nates Gefühle füreinander zu blass und zu leblos.
Viele Jahre lang habe ich das Worldbuilding abgöttisch geliebt und viele Elemente davon liebe ich auch immer noch. Doch habe ich den starken Eindruck, dass sich die Autorin immer wieder in den gleichen Bahnen wiederfindet. Gerade jetzt, wo dieses Buch irgendwo einen Neubeginn der Reihe einläutet, sind meine Erwartungen weit untertroffen worden. Gerade Wraths Rückkehr bot so unfassbar viel Potenzial mein Herz zu brechen, doch sämtliche Wiedersehen, derer wir Zeuge geworden sind, sind viel zu schnell in den Hintergrund gerückt worden. Vermisst habe ich das Zusammenspiel der Brüder, wenngleich ich es umso schlimmer finde, dass wir irgendwie immer nur die gleichen Charaktere vor der Nase haben. Auch die Nachkommen der Brüder und deren Gefährtinnen bzw. was ich erwartet habe, ist quasi nicht existent. Es gibt keine greifbaren Freundschaften, keine Gemeinschaft, kein Zusammenhalt.
Ein Teil meines Leserherzens wird wohl immer dieser Reihe gehören, doch ich denke, dass es nun an der Zeit ist, diesen Charakteren Lebewohl zu sagen. Es passt offensichtlich nicht mehr und ich habe beinahe alle zuletzt gelesenen Teile dieser Reihe nicht mehr wirklich gemocht. Vielleicht taucht irgendwann mal wieder ein Buch rund um Blaylock und Qhuinn – meinen beiden absoluten Favoriten auf, welches ich dann bestimmt doch wieder kaufen werde.
Für mich war dieser Start in die Welt der Nachkommen der Bruderschaft leider sehr enttäuschend. Nate und Nallas Beziehung wirkte zu oberflächlich, die Charaktere selbst waren nicht sonderlich sympathisch, es fehlt Gemeinschaft und Zusammenhalt, es fehlen echte Emotionen, Lebendigkeit und Authentizität.
Von mir gibt es 2,5 von 5 Sternen.





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