Samstag, 3. Januar 2026

[Rezension] The Cruelest Mercy

Autor: Natalie Mae 

Titel: The Cruelest Mercy – The Kinder Poison Band 2 

Gattung: Romantasy 

Erscheinungsdatum: 20. Mai 2025 

Verlag: Leaf Verlag 

Preis: 23,00 € (Gebundenes Buch) & 9,99 € (Kindle-Edition) 

Seitenzahl: 447 Seiten 

Zahru wird alles tun, um zu verhindern, dass Kasta den Thron besteigt ... Aber ist sie bereit, selbst zur Schurkin zu werden, um ihn aufzuhalten? Nachdem sie die Querung überlebt hat, hat Zahru den Abenteuern ab geschworen. Während Kronprinz Jet sich mit der drohenden Gefahr eines Krieges auseinandersetzt, begnügt sie sich damit, herauszufinden, was die Zukunft für sie bereithält. Doch als Prinz Kasta mit einer schockieren den Behauptung zurückkehrt, trifft sie das aus heiterem Himmel: Er ist der wahre Sieger der Kreuzung, der rechtmäßige Erbe, und er trägt das Zeichen der Götter als Beweis. Und noch verwunderlicher: Er ist nicht der Einzige. Auch Zahru trägt das Zeichen und hat damit Anspruch auf den Thron. Das Letzte, was sie will, ist an der Seite ihres Möchtegern-Henkers zu regieren, aber sie kann nicht zulassen, dass Orkena in seine gnadenlosen Hände fällt. In einem Wettlauf gegen die Zeit müssen Zahru, Jet und ihre Verbündeten einen Weg finden, Kasta aufzuhalten, denn wenn er erst einmal gekrönt ist, weiß niemand, welche Schrecken er entfesseln wird, um den Krieg zu gewinnen. 

Das Cover passt natürlich perfekt zum ersten Teil der Reihe und schließt sich dem Reihenlayout nahezu nahtlos an. Persönlich ist es mir fast einen Ticken zu schlicht, aber ich mag die eindeutige Verbindung zum Inhalt.  

Natürlich habe ich bereits vor einiger Zeit den ersten Band dieser Trilogie gelesen und war sehr gespannt, ob mich dieser zweite Band ebenso faszinieren kann. Leider liest sich das Buch nicht nur wie der typische Mittelband, sondern ist insgesamt sehr zäh und dreht sich viel im Kreis.  

Zahru mochte ich mit Voranschreiten des Buches immer weniger. Ich fand ihr zwanghaftes Bemühen etwas Schlechtes in Kasta zu finden echt anstrengend. Es ist nicht so, dass ich sie nicht verstehen könnte, doch ihre ewige Unentschlossenheit, ist er böse, ist er gut, hat er sich verändert, hat er es nicht, nehmen unfassbar viel Raum ein. Diese Gedanken nehmen viel zu viele ihrer Gedanken ein und haben den Großteil meiner Sympathie für sie irgendwann schlichtweg verschlungen. Sie entwickelt sich leider nicht in die Richtung, die ich gerne gesehen hätte, sondern immer mehr zu jemanden den man tatsächlich fürchten sollte. Viel zu oft nutzt sie ihre Magie zum Schlechten, sie ist impulsiv und verliert immer wieder das große Ganze aus den Augen: Orkena, das Land dessen Leute sie beschützen sollte. Sie ist so sehr mit ihrem kleinen Rachefeldzug beschäftigt, dass sie komplett vergisst, was sie bewirken könnte, wenn sie wollte. Auch ihre „Ich bin eine Göttin“-Einstellung zeigt nur wie deutlich sie sich von ihrer eigenen Macht korrumpieren hat lassen. Sie hat einen ihrer besten Freude magisch beeinflusst, es gibt niemanden der ihre Macht in Grenzen hält und der Zweck heiligt eben nicht alle Mittel.  

Ich bin zwar überhaupt kein Fan von Dreiecksbeziehungen, aber hier passiert praktisch gar nichts zwischen den Parteien. Auch ohne Geschlechtsverkehr kann ich Bücher vergöttern, doch es passiert ganz ehrlich gar nichts. Es gibt keine Spannung, keine Romantik, keine Liebesbezeugungen – von leeren Worten mal abgesehen. Sogar die Beziehungen zwischen den Nebencharakteren wirken authentischer als alles, was Zahru, Jet und Kasta betrifft.  

Ist es merkwürdig, wenn ich Kasta trotzdem lieber mag als Jet (und Zahru)? Er ist halt dieser typische Morally grey Protagonist, bei dem man bis zum Ende hofft, dass all diese scheinbar böse Energie zu Gutem genutzt wird. Ich glaube außerdem, ohne Zahrus immerwährender schlechter Meinung würde sein Gesamtbild schon wieder ganz anders aussehen. Neben der eben bereits angesprochenen Beziehungsleere sehen wir von ihm allgemein allerdings ebenso wenig. Was macht der Mann den ganzen Tag? Zudem hätte ich so gerne einige Fragen zu seiner neuen Magie beantwortet gehabt bzw. wie er deren Entdeckung umgangen ist. Ich hoffe da kommt noch etwas mehr.  

Inhaltlich passiert leider auch nicht besonders viel. Ja, Zahru trainiert ihre Magie und lebt sich als Göttin ein, aber so wirklich vom Fleck sind wir nicht gekommen. Hoffentlich bringt der Krieg etwas Leben in die Geschichte und hoffentlich lungern wir nicht noch länger in Zahrus ewig hin und her wechselnden Gedanken herum. Trotz der Tatsache, dass ich insgesamt nicht allzu begeistert bin möchte ich gerne erfahren, wie diese Geschichte ausgeht und deshalb werde ich mir den dritten und letzten Band in naher Zukunft wohl kaufen gehen.  

Wahrscheinlicht hätte ich dem Buch den Titel "Den Downfall der Zahru" gegeben, denn in meinen Augen entwickelt sie sich leider sehr schnell in die overpowerte Protagonistin, die ihren eigenen Weg aus dem Blick verliert – was ich ohnehin selten mag.  

Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen. 

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