Autor: J. Elle
Titel: House of Marionne
Gattung: Romantasy
Erscheinungsdatum: 25. Oktober 2024
Verlag: LYX Verlag
Preis: 24,00 € (Gebundenes Buch) & 3,99 € (Kindle-Edition)
Seitenzahl: 583 Seiten
Quell Marionne wurde mit einer verbotenen dunklen Magie geboren. Ständig auf der Flucht fällt ihr nur noch ein Ort ein, an den sie sich retten kann: das luxuriöse Internat House of Marionne. Unter der Leitung ihrer Großmutter werden dort Schüler:innen mit magischen Fähigkeiten ausgebildet, um nach dem Abschluss einer elitären Vereinigung beizutreten. Quell hofft, mehr über ihre Kräfte zu erfahren und sie vor der Welt verbergen zu können. Auch vor Jordan Wexton, dem attraktiven und talentierten Mündel ihrer Großmutter, der zu ihrem Tutor ernannt wird. Denn auch wenn beide sich dagegen zu wehren versuchen, bei jeder Begegnung knistert es stärker zwischen ihnen - obwohl nicht nur Quell ein tödliches Geheimnis hütet ...
Ein wirklich hübsches, wenngleich sehr nichtssagendes Cover. Ich mag die Ornamente, die gerade das edle und extravagante Setting aufgreifen, aber ansonsten fehlt mir eindeutig die Verbindung zum Inhalt.
Weiterhin bin ich damit beschäftigt meinen Stapel ungelesener Bücher von der ein oder anderen Geschichte zu befreien, dieses Mal fiel meine Wahl auf „House of Marionne“. Bisher kannte ich die Autorin überhaupt nicht und bin mir noch nicht so sicher, ob ich zukünftig weitere ihrer Werke lesen möchte.
Dabei war der Start super vielversprechend und gerade nach den ersten Kapiteln hatte ich echt Hoffnung, dass es mich begeistern kann. Doch je länger ich gelesen habe, je mehr Kapitel ich geschafft habe, umso mehr hatte ich leider den Eindruck, dass das gewisse Etwas fehlt und die Autorin sich zu sehr im Vorankommen des Plottes verloren hat. Denn um ehrlich zu sein gibt es massenweise Gedankengänge und auch Gespräche mit unserer weiblichen Protagonistin, die mich überaus verwirrt zurückgelassen haben. Ich konnte einige Entscheidungen, alle Charaktere betreffend, gar nicht nachvollziehen, fand Quells Gedankengänge viel zu sprunghaft, zu wenig erklärend und insgesamt an zu vielen Stellen nicht stimmig. Oftmals lag dies schlichtweg daran, dass es an aussagekräftigen und unterstützenden Nebensätzen gefehlt hat. Ich kann mich an eine ganze Menge Momente erinnern, wo Leute plötzlich stehen, obwohl sie eben noch gesessen haben oder andersherum. Wo das Verhalten der Charaktere viel zu holzig und plump gewirkt hat und ich mitunter vor diesem Buch gesessen habe, ohne zu wissen, was direkt vor meiner Nase passiert. Prinzipiell mag ich auch das mal ganz gerne, wenn ich nicht sicher wäre, dass das nicht die Intention der Verfasserin ist.
Quell empfand ich von Seite zu Seite immer anstrengender. Gerade der Einstieg, die gemeinsame Flucht mit ihrer Mutter entwickelt sich leider viel zu schnell in eine Richtung, die Quell als blauäugige Mitläuferin etabliert. Es ihrer Großmutter recht zu machen, steht viel zu schnell über allem, Quell nimmt wenige Dinge selbst in die Hand, versucht wenig auf eigene Faust herauszufinden und insgesamt scheint sie sich eindeutig zu schnell zwischen Glitzerkram, teuren Stoffen und dem Überfluss an Reichtum zu verlieren.
Das Worldbuilding wirkt bei genauerem Hinsehen ebenso blass wie unsere Protagonistin. Die Grundidee finde ich dabei gar nicht schlecht: Ein geheimer Orden, magische Fähigkeiten, eine verborgene Sphäre im Begriff zu zerfallen und alle Magie zu zerstören, neben den unterschiedlichen Adelshäusern und jeder, wirklich jeder Menge Dekadenz neben Quells tödlicher, verbotener Kraft. Und doch mangelt es an Erklärungen, an Details und wichtigen Beschreibungen. Wieso tragen beispielsweise die magiebegabten Masken und Diademe? Woher kommt die Magie? Woher kommt Thoushana – also Quells verbotene Magie? Was ist mit den Vorgängern von Quells Großmutter und den Oberhäuptern der anderen Häuser passiert? Auch die Nebenerzählstränge, wie Quells Freundschaft zu Abby, aber vor allem ihre Beziehung zu Jordan habe ich zu keinem Zeitpunkt gefühlt. Es fehlt massiv an Tiefgang, an echten Emotionen, an Lebendigkeit.
Dafür, dass ich den Anfang total gerne mochte, war das Ende umso bitterer. Viele elementare Entscheidungen konnte ich nicht nachvollziehen. Beispielsweise warum Jordan gar nicht überrascht ist Quell bei ihrem dritten Ritus zu sehen? Ich meine, er hat sie bei ihrer Großmutter abgesetzt im Wissen um ihr großes Geheimnis und wundert sich gar nicht, dass alles wie vorher weitergeht? Häh? Den Epilog habe ich dann nur noch überflogen und auch dort überhaupt nicht geschnallt, warum genau Jordan heult wie ein kleines Kind, but thats on me, oder so ähnlich.
Ich werde mir den nächsten Band sicherlich nicht kaufen und lieber anderen Büchern eine Chance geben.
„House of Marionne“ war mit seiner Mischung aus holzigem Verhalten und purem Chaos zwischen den Zeilen nichts für mich.
Von mir gibt es 3 von 5 Sternen.






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