Montag, 5. Januar 2026

[Rezension] Welch trügerisches Herz

 

Autor: Chloe Gong 

Titel: Welch trügerisches Herz 

Gattung: Romantasy 

Erscheinungsdatum: 24. Oktober 2023 

Verlag: Lago Verlag 

Preis: 20,00 € (Gebundenes Buch) & 15,99 € (Kindle-Edition) 

Seitenzahl: 520 Seiten 

Rosalind Lang hat das schlimmste Schicksal erlitten: Sie wurde als Staatsspionin Lady Fortuna enttarnt und ihr Geliebter Orion wurde nicht nur entführt, er hat auch noch jedwede Erinnerung an sie verloren. Um ihn zu retten, verlässt sie die Stadt und verbündet sich mit ihren Gegnern, um so ein Heilmittel für Orion zu finden und die verräterische Erfindung seiner Mutter, eine gefährliche chemische Waffe, vor einer drohenden ausländischen Invasion in Sicherheit zu bringen – doch die Uhr tickt, und wenn Rosalind versagt, verliert sie nicht nur Orion, sondern auch ihre Nation. 

Obwohl mir das schlichte Cover zum dritten Teil nicht so gut gefallen hat, kann ich dieses einfach nicht nicht mögen. Die Blumen, das von einem Pfeil durchstoßene Herz, die Farben, das Gesamtbild – wirklich hübsch anzusehen.  

Nachdem ich gerade erst den vorangegangen Band dieser Reihe beendet habe, musste ich die Gelegenheit ergreifen diese Reihe mit „Welch trügerisches Herz“ fortzufahren. Bei dieser Reihe kann ich mir gut vorstellen, dass man sich leichter mit den Gegebenheiten zurechtfindet, wenn man alle Teile hintereinander liest und nicht – so wie ich – jeden Teil erst nach Erscheinen.  

Weiterhin begleiten wir nicht nur Rosalind und Orion auf ihrem Weg durch das zerrüttete Shanghai, sondern ebenso Rosalinds Schwester Celia und Orions Bruder Oliver, neben einigen anderen Charakteren. Dabei haben es mir gerade die Familienverhältnisse, genauer gesagt die Dynamik der Charaktere besonders angetan. Gerade die vielen humorvollen Zänkereien, die warmherzigen Emotionen und die eher verhaltenen Zuneigungsbekundungen sind mir besonders im Gedächtnis geblieben. Trotz Geheimnissen, verschiedener Loyalitäten neben räumlichen und zeitlichen Trennungen zeigt die Gruppendynamik in prekären Situationen immer wieder, wie gut der Zusammenhalt funktioniert.  

Mit wenigen Ausnahmen bin ich leider und trotz meiner Hoffnungen für diesen Teil nicht hundertprozentig emotional abgeholt worden. Es gab einige Momente, die mich zu Tränen rühren konnten, die mich schmunzeln und zum Lachen gebracht haben, doch es gab einfach zu viele Durststrecken dazwischen. Gerade dieser eine Moment, wo wir geliebte Charaktere aus den anderen Bänden wiedersehen, wo wir uns von Charakteren endgültig verabschieden mussten oder auch der offenbarte Verrat innerhalb unserer kleinen Gruppe waren wirklich aufwühlend, doch sind für mich schlichtweg zu schnell verstrichen. Ich hätte mir etwas mehr Fokus auf ebendiesen Momenten sehnlich gewünscht, um mich als Leserin wirklich umzuhauen.  

Durch Shanghai als Schauplatz der Geschichte werden wir am laufenden Band mit fremdländischen Orten, Anreden und dergleichen konfrontiert, was neben dem ohnehin recht komplexen Aufbau der Geschichte durchaus verwirrend sein kann. Doch ich habs geliebt. Gerade, dass man als Leser echt manchmal mitdenken muss, dass die Charaktere sich den Gegebenheiten immer wieder neu anpassen, Pläne schmieden, kein Stein auf dem anderen bleibt und alles von zwei unterschiedlichen verfeindeten Seiten geprägt ist, machte besonders Spaß.  

Persönlich hätte ich neben der Emotionalität gerne mehr Raum für die einzelnen Beziehungen der Charaktere gehabt. Gerade Rosalind und Orion bringen absolut die richtigen Elemente für eine überzeugende Beziehung mit und doch fehlte mir noch etwas. Ich habe die Dialoge der beiden geliebt, den Sarkasmus, wie beide den jeweils anderen wahrgenommen und akzeptiert haben. Aber der letzte Funke, um mich zu überzeugen fehlte bis zum Schluss leider. Und so ergeht es mir auch mit Oliver und Celia und ebenso mit Phoebe und Silas.  

Spannend war das Buch allemal. Viele bisher lose Fäden finden zusammen, der Konflikt zwischen Shanghai, den Japanern und den Westländern erreicht seinen traurigen und gewaltigen Höhepunkt. Auch unsere Protagonisten müssen sich ihren eigenen Fehlern, Ängsten und Zweifeln stellen und zwischen Attentätern, Geheimagenten und fliegenden Kugeln überleben.  

Für mich leider kein überragendes Buch, aber dennoch ein sehr gelungener Abschlussband dieser facettenreichen Reihe. Persönlich kann ich euch die Bücher von Chloe Gong auf jeden Fall empfehlen und würde in Zukunft wieder Werke von ihr kaufen.  

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen. 

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