Montag, 10. August 2026

[Rezension] Lucifer Ascending

Autor: Marie Niehoff 

Titel: Lucifer Ascending: One Sinful Secret (Lucifer-Dilogie Band 1) 

Gattung: Romantasy 

Erscheinungsdatum: 15. Mai 2026 

Verlag: Kyss Verlag 

Preis: 24,00 € (Gebundene Ausgabe) & 14,99 € (Kindle-Edition) 

Seitenzahl: 498 Seiten 

Edinburgh, Gegenwart. Als Tochter eines Dämons wird Lilian für gefährlich gehalten. Ihr ganzes Leben verbrachte sie in Gewahrsam eines Ordens aus Dämonenjägern und musste jeden Tag kämpfen, um ihre Loyalität zu beweisen. Schon der kleinste Fehltritt hätte sie alles kosten können, denn nicht wenige wollen sie tot sehen. Aber nun hat Lilian es endlich geschafft: Der Rat erkennt sie als vollwertiges Ordensmitglied an. Ihre neue Freiheit will sie mit ihrem Trainingspartner Jupiter feiern und dabei vielleicht sogar den lang unterdrückten Gefühlen zwischen ihnen nachgeben. Doch dann werden sie zu einem Einsatz gerufen – und Lilian stirbt. 

Jupiters Welt bricht zusammen. Er kann ihren Verlust nicht akzeptieren. Um Lilian von den Toten zurückzuholen, ist er bereit, jeden Preis zu zahlen. Selbst wenn es ein Pakt mit dem Teufel selbst ist. Im Tausch für ihr Leben überlässt er Lucifer zeitweise die Kontrolle über seinen Körper. Er ahnt nicht, was für grausame Pläne der Teufel verfolgt. Und dass er Lilian in ein gefährliches Spiel aus Täuschung und Verführung verwickeln wird … 

Ich kenne bereits ein paar Bücher dieser Autorin, welche mich bisher leider nie so richtig überzeugen konnten. Aber „Lucifer Ascending“ klang einfach zu gut, um es nicht zu kaufen. Ich möchte auch behaupten, dass wir von einem Highlight noch entfernt sind, ich das Buch stellenweise dennoch richtig genossen habe. 

Es gibt nicht die eine große Sache, die mich gestört hat, sondern eher ein paar kleine. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir unter anderem der Schreibstil. Ich kann total nachvollziehen, dass die Autorin versucht hat ihren beiden jungen Erwachsenen in ihrer Sprache treu zu bleiben, doch in meinen Augen wirkte es hin und wieder zu gewollt und zu gestellt. Zugegebenermaßen liegt meine eigene Jugend nun doch schon etwas hinter mir, aber ich habe mich ein oder zwei Mal gefragt, ob gewisse Wörter heute so noch genutzt werden. Darüber hinaus kann ich mich zum Glück gar nicht beklagen, denn der Inhalt ist toll verständlich, liest sich flüssig und kann gerade durch den herrlichen Sarkasmus immer wieder überzeugen.  

Mit deutlichem Abstand zu den anderen beiden ist Lucifer – wenig überraschend – mein Favorit. Gerade sein deutliches Interesse daran die Dämonen im Allgemeinen vor Schaden zu bewahren, wie auch später Lilian, sein trockener Humor, aber auch schlicht der Fakt, dass er eben nicht nur kaltherzig und brutal ist, wenn es darum geht seine Ziele zu erreichen machten ihn schnell zu meinem Liebling.  

Jupiter ist innerhalb der Geschichte von „schauen wir mal was wird“ zu „habe ich befürchtet“ abgerutscht. Eigentlich ist er total der nette Kerl, doch im Verlauf merken wir ganz schnell, dass er irgendwie immer zwischen zwei Extremen schwankt – was einerseits spannend zu beobachten war und andererseits leider sehr schnell in eine Richtung lief, die für mich von Anfang an offensichtlich war.  

Lilian lässt mich sehr zwiegespalten zurück. Teilweise habe ich ihr loses Mundwerkt geliebt und mir manchmal auch gewünscht sie würde sich etwas zurücknehmen und zuhören. Ihre Liebe zu Jupiter fand ich toll ausgearbeitet, aber ihren innerlichen Zwist rund um Lucifer toppt das um Längen. Ich kann ihre anfängliche Passivität verstehen, komme aber nicht um den verwirrenden Gedanken herum, dass der Rat sie jahrelang schult Dämonen zu töten, aber nicht entschieden hat, ob sie leben darf. Für mich passt das nicht so recht zusammen. Entweder ist sie durch ihre Existenz alleine bereits eine Gefahr oder nicht. Aber ihr die Abläufe des Ordens zu zeigen, wie man Bannkreise erstellt und löst und ihr geradezu eine geladene Waffe in die Hand drückt um den Ordnen von innen heraus zu zerstören, ist für mich nicht logisch. Wäre es nicht sinniger, die 25 Jahre zu warten, ob ihre dämonische Seite überhandnimmt und sie dann erst auszubilden?  

Trotz dieser kleinen Kritik kann ich sagen, dass ich absolut bereit bin mir den nächsten Teil einzuverleiben. Vielleicht löst sich das ein oder andere Problem noch in Luft auf, denn der Schluss hier macht auf jeden Fall Lust weiterzulesen.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen. 

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