Donnerstag, 17. September 2026

[Rezension] Nocticadia

Autor: Kerri Lake 

Titel: Nocticadia 

Gattung: Romantasy 

Erscheinungsdatum: 31. Oktober 2025 

Verlag: LYX Verlag 

Preis: 18,00 € (Paperback) & 14,99 € (Kindle-Edition) 

Seitenzahl: 800 Seiten 

Lilia Vespertine ist sich sicher: Der Tod ihrer Mutter war kein Selbstmord. Sie weiß, dass sie sich die seltsamen Parasiten nicht eingebildet hat, und erforscht sie auf eigene Faust - mit Erfolg. Ihr Ehrgeiz wird belohnt, und sie erhält ein Stipendium für die abgelegene Dracadia University. Eine einmalige Chance, denn dort lehrt der Experte ihres Forschungsgebiets, Professor Devryck Bramwell. Doch Dracadia ist kein gewöhnlicher Ort. Und Devryck ist kein gewöhnlicher Mann. Er ist Doctor Death, ebenso brillant wie unnahbar, ebenso faszinierend wie gefährlich. Und als seine talentierteste Studentin kommt Lilia schon bald nicht mehr nur der Wahrheit, sondern auch ihm immer näher ... 

Ich kenne bisher ein einziges Buch aus dem Dark Romance Genre und habe dieses hier eher zufällig erhalten als das ich es bewusst gekauft habe. Dennoch kann ich nicht leugnen, dass der Inhalt echt ansprechend klang, und deshalb habe ich mich dazu auf gemacht, diese knappen 800 Seiten zu lesen.  

Für all diejenigen da draußen, die ähnlich wie ich, wenig in solch düsteren Genres unterwegs sind, möchte ich nahelegen die Trigger-Warnung am Ende zu beachten. Ich bin weiß Gott nicht zartbesaitet und doch war ich manchmal überwältigt davon, wie tief die gedanklichen Abgründe dieser Autorin sind. Dieses Buch passt perfekt ins Genre, denn nicht nur die blutigen Machenschaften, die dunklen Details und das düstere Setting, nein, auch unsere beiden Protagonisten bewegen sich in sämtlichen Grauzonen, die mir einfallen würden.  

Mit Lilia konnte ich mich schnell anfreunden, da ich ihr Bedürfnis, die Krankheit ihrer Mutter zu erforschen, ihre kleine Schwester zu schützen, aber genauso ihrem trostlosen Leben entkommen zu wollen, sofort verstehen konnte. Die Anziehung zwischen ihrem Professor – Doktor Death – und ihr, steigert sich herrlich langsam und entwickelt sich in meinen Augen genau richtig. Neben den wenigen Charakteren, mit denen Lilia interagiert, habe ich mich zwischendurch etwas gewundert, dass sie kaum Kontakt zu ihren Kommilitonen hat. Auch ihre Freundschaft mit Jayda schläft ziemlich schnell ein, was schade ist, denn allen anderen Leute, die Kontakt zu ihr haben, muss man auf kurz oder lang hinterfragen.  

Devryck Bramwell, unser superheißer, todintelligenter und stoischer Professor, entspricht ziemlich genau dem Bild, welches ich nach Lesen des Klapptextes bereits hatte. Durch seine schlimme Vergangenheit, seine eigene Krankheit, aber genauso durch seinen verzweifelten Wunsch ein Heilmittel zu finden sowie später Lilia zu beschützen überschreitet er so einige moralische Grenzen, die bei den meisten von uns hoffentlich noch sämtliche Alarmglocken schrillen lassen. Passt sein Verhalten zur Geschichte? Ja. Mochte ich ihn trotzdem? Auch ja.  

Grundsätzlich fand ich den Plot gut gelungen. Es gibt Verschwörungen, Lügen und Geheimnisse, aber genauso offenbarte Informationen, spannende Verknüpfungen und Vertrauen an den richtigen Stellen. Und Plotholes gibt es ebenfalls. Viele Dinge werden zum Ende hin einfach nicht mehr aufgriffen, was mich doch unzufrieden zurücklässt. Als Beispiel, bei den Rooks – der Geheimgesellschaft – steht die Todesstraße darauf, wenn du ein anderes Mitglied tötest. Diese Gesellschaft glaubt, dass Devyrick jemanden der ihren umgebracht hat – hat er aber nicht, wie wir deutlich wissen – was aber so gut wie gar nicht thematisiert wird. Was wird aus Gilchrist? Was aus Mel?  

Von einem Highlight sind wir zwar noch ein wenig entfernt, ich kann aber nicht leugnen, dass ich „Nocticadia“ zu weiten Teilen echt genossen habe. Das Gespräch am Ende zwischen Lilia und ihrer Schwester fand ich etwas weit hergeholt, aber ich kann mir trotzdem vorstellen, dass ich deren Geschichte – falls die veröffentlicht wird – durchaus lesen möchte.  

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen. 

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