Autor: S. F. Williamson
Titel: Der Kodex der Drachen – Die Sprache der Drachen, Band 2
Gattung: Romantasy
Erscheinungsdatum: 10. Juni 2026
Verlag: HEYNE Verlag
Preis: 24,00 € (Gebundenes Buch) & 17,99 € (Kindle-Edition)
Seitenzahl: 416 Seiten
Um ihre Schwester zu retten, hat Vivien Featherswallow die geheime Sprache der Drachen entschlüsselt – und dabei eine Verschwörung aufgedeckt, die bis in die höchsten Kreise der Regierung reicht. Jetzt ist sie auf der Flucht – und das Gesicht einer Rebellion, bei der Menschen und Drachen auf beiden Seiten kämpfen. Vivien ist wild entschlossen, die Kämpfe zu beenden. Sie macht sich auf die Suche nach einer uralten und mächtigen Drachenart, die ihr dabei helfen kann. Doch ihre Feinde sind ihr dicht auf den Fersen, und Vivien muss sich beeilen, wenn sie ihre Freunde, ihre Schwester und ihre große Liebe vor dem sicheren Tod bewahren will.
Lange habe ich auf diese Neuerscheinung gewartet, nachdem mich der erste Band dieser Reihe so überraschend umhauen konnte. Etwas misstrauisch bin ich bereits bei der Tatsache geworden, dass dieser zweite Teil mit seinen knappen vierhundert Seiten doch recht kurz scheint, was sich leider in einigen Punkten auf die Geschichte ausgewirkt hat.
Als erstes möchte ich betonen, dass es eine Sache gibt, die mich immer noch total überzeugt. Und zwar, dass unserer weibliche Protagonistin durch ihren Aufstieg als das Gesicht der Rebellion nicht plötzlich – wie so viele andere dieses Genres – der Mittelpunkt der Welt ist. Sie ist weder die klügste noch die schönste, weder die mutigste noch diejenige die am besten kämpfen kann. Sie ist einfach nur Viv. Sie ist jemand, der überleben möchte, ohne alles opfern zu müssen. Sie hat Angst, Zweifel befallen sie und auch Misstrauen hält irgendwann im Laufe der Geschehnisse Einzug. Doch, obwohl sie eine zurückhaltende Position im großen Ganzen einnimmt, wächst sie auf sehr menschliche Weise über sich hinaus. Gleichermaßen habe ich mich immer wieder darüber gewundert, wie sehr sie Informationen einfach annimmt, anstatt selbst Nachforschungen anzustellen. Klar, im Stress der Gegebenheiten hat man dafür nicht immer Zeit, doch wir sehen ja, wohin es sie gebracht hat.
Für mich persönlich las sich „Der Kodex der Drachen“ an einigen Stellen leider zu abgehackt. Gerade bei einigen der emotionalen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin den Emotionen mehr Zeit und mehr Raum gibt, um sich zu entfalten. Und hier komme ich auch darauf zurück, was ich einleitend bereits geschrieben habe, ich glaube nämlich, dass ein paar Seiten mehr dieses Problem mit Leichtigkeit behoben hätten. Und leider weitet diese Problematik sich für mich auch auf den Plot aus.
Insgesamt kann ich zugeben, dass es Spaß gemacht hat Vivien und ihre Freunde auf den schottischen Inseln zu begleiten. Aber es gab für mich zu viele Momente, wo Fingerspitzengefühl gefehlt hat, um sowohl Dringlichkeit als auch Spannung richtig aufleben zu lassen. Die Geschichte liest sich trotz der ernsten Themen doch sehr leicht und die Gefühle fehlen nun mal zu weiten Teilen. Es gibt durchaus einige nette Wendungen, die meisten kann man sich im Verlauf schon denken, andere konnten mich zum Glück überraschen.
Auch die Liebesgeschichte zwischen Vivien und Atlas war nicht so ganz nach meinem Geschmack. Gerade das erste Wiedersehen – von dem wir ja wohl alle wussten, dass es kommt – war so schnell vorbei, so unspektakulär und ich hätte gerne gesehen, dass Viviens Schock und ihre Sehnsucht schöner ausgearbeitet worden wären.
Irgendwie dachte ich, dass es sich hierbei um eine Dilogie handelt, was es bei diesem Schluss wohl definitiv nicht ist. Dadurch, dass ich den ersten Band wirklich gerne mochte und gerne die positiven Aspekte dieses zweiten Bandes im Hinterkopf behalten möchte, denke ich, dass ich der Reihe noch ein Weilchen treu bleiben werde.
Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.





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