Montag, 9. März 2026

[Rezension] Dynasty of Hunters - Band 1: Von dir verraten

Autor: P. J. Ried 

Titel: Dynasty of Hunters – Band 1: Von dir verraten 

Gattung: Romantasy 

Erscheinungsdatum: 30. Oktober 2024 

Verlag: Ravensburger Verlag 

Preis: 6,99 € (Kindle-Edition) 

Seitenzahl: 481 Seiten 

Wenn du vor deiner großen Liebe fliehen musst.  

Seit Jahrhunderten laufen die Jagdspiele im Reich der fünf Fürstentümer nach demselben Muster ab: Die Adligen sind die Jäger, die Bürgerlichen die Gejagten. Doch als Laelia de Bleu ihr Los zieht, geschieht das Unfassbare: Die Fürstentochter ist eine Gejagte – und ihre große Liebe, Laurent de Vert, ihr Jäger. Ihr gemeinsames Schicksal scheint besiegelt. Denn am Ende der Jagd wird einer von ihnen dem anderen lebenslag untertan.  

Fünf Adelshäuser. Fünf Farben. 

Ein Königreich, in dem eine einzige Berührung dir alles nehmen kann.  

Während ich wie immer damit beschäftigt bin meinen Stapel ungelesener Bücher etwas Frau zu werden, bin ich mal wieder über eine Geschichte gestolpert, die viel zu lange ungelesen geblieben ist. „Dynasty of Hunters“ konnte mich mit diesem Auftakt innerhalb weniger Seiten in seinen Bann ziehen und begeistern.  

Angefangen bei unserer weiblichen Protagonistin, die zwar mit vielen Ängsten und Zweifeln urplötzlich als Gejagte dasteht, als auch mit viel Entschlossenheit, Mut und dem Willen das richtige zu tun ihren Weg geht. Vom ersten Kapitel an konnte ich sie wunderbar nachvollziehen. Lia fügt sich perfekt in diese Welt der Zwiste, der Gegensätze und Überraschungen ein, ohne ihre Menschlichkeit zu verlieren oder besser gesagt, wo sie ihre Menschlichkeit neu entdeckt. Denn wie gewaltig die Kluft zwischen den eigentlichen Jägern und Gejagten ist, zeigt sich immer wieder deutlich und zeigt zudem immer wieder auf herausragende Art, wie sehr Laelia Dinge in Frage stellt, anderen Blickwinkeln folgt und nicht auf ihrem Status als Adelige besteht. Kurz gesagt, ich mochte sie wirklich gerne.  

Das Worldbuilding ist ebenso faszinierend wie das Setting. Gerade die Fähigkeiten andere Menschen, hier die Bürgerlichen, mit der Farbe des eigenen Hauses dem eigenen Willen zu unterwerfen und die Einführung in die Gesellschaft mit einer mehrtägigen Jagd auf einer unbekannten Insel zu zelebrieren, konnte mich schnell in seinen Bann ziehen. Auch die unterschiedlichen Bedeutungen der Farben bringen spannende Wendungen mit sich, wenngleich ich hoffe, dass wir davon im nächsten Teil doch noch einen Ticken mehr zu sehen bekommen.  

Das wichtigste Setting, die Insel „Arc-en-ciel“, birgt einige Überraschungen in Form von sonderbaren Lebewesen, die sämtlichen Teilnehmern bei ihrer Suche in die Quere kommen. Über fliegende Hasen, lebendige Kieselsteine und blutrünstige Rehe hinaus, ist der Ort des Geschehens durchzogen von Lebendigkeit und immer wieder neuen Beschreibungen, von Dingen, die nicht das sind, was sie auf den ersten Blick zu sein scheinen. Ich fand es großartig, dass ich gar nicht habe kommen sehen, dass Arc-en-ciel so viele unerwartete Möglichkeiten mitbringt und wie viel Facettenreichtum sich hier zeigt.  

Für mich könnte dieser erste Band noch ein wenig mehr Spannung vertragen. Es gibt durchaus eine Grundspannung, die mit einigen Spannungshochs- und tiefs die Geschichte dahinfliegen lässt, doch einige Momente, gerade zum Ende hin, hätten für mich noch ein klitzekleines bisschen mehr in die Länge gezogen werden können. Auch die Grundspannung, wenngleich deutlich vorhanden, verschwimmt ab und zu hinter Lias starken Emotionen.  

Ich brauche auf jeden Fall den zweiten Teil, denn nach diesem starken Schluss möchte ich unbedingt erfahren, wie die Reise von Lia und ihren Freunden weitergeht.  

Ein großartiger, erster Band, der Lust auf mehr macht und gerade durch die starke Protagonisten, die Idee und das Worldbuilding glänzt.  

Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen. 

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