Mittwoch, 3. Juni 2026

[Rezension] The Sleepless

Autor: Jen Williams 

Titel: The Sleepless 

Gattung: Romantasy 

Erscheinungsdatum: 1. Februar 2026 

Verlag: Fischer Sauerländer Verlag 

Preis: 19,90 € (Gebundenes Buch) & 14,99 € (Kindle-Edition) 

Seitenzahl: 409 Seiten 

Einst verschonte die Schlangenkönigin Elvers Leben. Doch seitdem fließt Gift in ihren Adern und jede ihrer Berührungen bringt den Tod. Niemand hat sich je in die Tiefen ihres Waldes gewagt, bis sie ihn traf. Artair.  

Er ist ein Schlafloser, dazu verdammt, Nacht für Nacht von einem bösen Geist heimgesucht zu werden. Lucian. Die beiden Seelen, die sich einen Körper teilen, faszinieren Elver. Denn ihr Gift kann ihnen nichts anhaben. Doch als sie sich auf eine riskante Allianz mit ihnen einlässt, verstrickt sie sich schon bald in einem Netz aus Intrigen, verbotenen Gefühlen und gefährlicher Magie, das die Grundfesten ihrer Welt erschüttern wird. 

Dieses Buch hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm, bis ich es in meiner hiesigen Buchhandlung entdeckt habe. Das leuchtende gelb-goldene Cover sowie der umwerfende Farbschnitt waren zwar die ersten offensichtlichen Gründe, warum ich es in die Hand genommen habe, gekauft habe ich es allerdings wegen des Klapptextes.  

Im regen Wechsel zwischen unseren beiden bzw. unseren drei Protagonisten Elver, Artair und Lucian – wobei sich letztere, wie wir wissen, einen Körper teilen – durchstreifen wir diese Welt der Götter, Monster und Magier. Elver verabscheut die Menschen, verständlicherweise, wenn man bedenkt, dass sie als junge Waise früh einen gewaltsamen Tod findet und sie von da an der Schlangengöttin treu ergeben ist. Elvers Leben im Jih-Wald und unter ihresgleichen – also anderen Monstern – bringt eine wunderschöne Friedlichkeit, eine schöne Sicht auf ein Leben Seite an Seite mit der Natur und gleichermaßen ein sehr simples und direktes Denken mit. Ihre Handlungen konnte ich meistens nachvollziehen, und doch ist ihre Gefühlswelt einer der wenigen Gründe warum ich dieses Buch nicht vollständig lieben konnte. Für mich fehlte es ihren Emotionen an facettenreichen Nuancen. Und dadurch kommen sie bei mir eher abgehackt und insgesamt zu wenig glaubwürdig an. Nehmen wir doch als Beispiel ihre Zuneigung zu Artair – diese ist definitiv greifbar, kam für mich aber zu schnell und zu früh. Sie stellt ihre eigenen Gedanken zu wenig in Frage und bleibt auf emotionaler Ebene für meinen Geschmack zu unerreichbar.  

Artair mochte ich ähnlich wie Elver auf Anhieb. Er ist besonnen und ruhig, aber ebenso neugierig auf eine Welt, die er seit vielen Jahren nur aus der Ferne bewundern durfte. Sein Körper gehört nämlich nicht nur ihm selbst, sondern ebenso einem anderen Jungen namens Lucian, der Artairs Familie großes Leid angetan hat. Da sie allerdings zu unterschiedlichen Momenten den Körper beherrschen, kennen sie einander überhaupt nicht. Nicht das ich glaube, dass das viel ändern würde, wenn doch, denn beide sind wie Feuer und Wasser. Lucian ist ein kleiner Draufgänger, scharfzüngig und fühlt sich gerne überlegen. Und trotz allem, kann ich zugeben, dass dieses Dreiergespann überraschend gut funktioniert.  

Das Worldbuilding fand ich große Klasse. Gerade die Kombination aus den zwölf unterschiedlichen Göttern, deren Anhänger, die Magier, die unterschiedlichen Wesen, denen wir begegnen, den Schlaflosen, aber ebenso diese weitläufige Welt. Ich hätte gut und gerne noch hundert Seiten mehr gebrauchen können, um diese Welt wirklich wahrhaftig lieben zu können. Ich vermisse Tiefgang, bildgewaltige Beschreibungen und hätte es schön gefunden, wenn wir von Zeit zu Zeit etwas mehr Luft bekommen hätten, die unterschiedlichen Reisestopps unserer Charaktere vollumfänglich zu genießen. 

Nichtsdestotrotz werde ich auf jeden Fall nach dem zweiten Band Ausschau halten, denn das Ende war hochspannend, bietet wahnsinnig viel Potenzial für mehr und bin überaus gespannt, wie es mit Elver, Lucian und Artair weitergeht.  

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen. 

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