Mittwoch, 17. Juni 2026

[Rezension] Ein Schloss aus Silber und Scherben


Autor: Arianne L. Silbers 

Titel: Ein Schloss aus Silber und Scherben 

Gattung: Dark Fantasy / Romantasy 

Erscheinungsdatum: 1. Februar 2023 

Verlag: Selbstverlag Arianne L. Silbers 

Preis: 16,99 € (Taschenbuch) & 4,99 € (Kindle-Edition) 

Seitenzahl: 581 Seiten 

Zum Wohle ihres verarmten Königreichs würde Prinzessin Maren alles tun, dessen ist sie sich ganz sicher. Zumindest bis ihr eigener Rat sie betäubt und sie an den viel zu reichen und viel zu attraktiven Lord Willjareth verkauft – den Mann, der früher ihr Herz und ihre Heimat zerstört hat. Doch um ihr sterbendes Land zu retten, bleibt Maren nichts anderes übrig, als im Schloss aus Silber und Eis zu bleiben und dem ungehobeltesten Mann aller Zeiten dabei zu helfen, König zu werden. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, treiben sich nachts auch noch finstere Kreaturen auf den funkelnden Korridoren herum, von denen eine an Maren ganz besonders interessiert zu sein scheint. 

Doch während sie vergeblich versucht, das Rätsel um die nachtwandelnden Ungeheuer zu lösen, verstrickt Maren sich immer tiefer in ein tödliches Netz aus Lügen und Intrigen. Und sie muss erkennen, dass es nur einen Weg gibt, in diesem gefrorenen Albtraum zu überleben: nämlich mit einem gewissen Lord zusammenzuarbeiten, den sie eigentlich für immer verabscheuen wollte – obwohl ihr Herz in seiner Gegenwart noch immer einen Schlag aussetzt. 

Wie das manchmal so ist, kauft man eben Bücher, die dann eine Ewigkeit auf dem Stapel ungelesener Bücher versauern. „Ein Schloss aus Silber und Scherben“ habe ich gekauft, weil ich den Inhalt interessant fand und ebenso wie die Autorin ihr Buch beworben hat.  

Starten wir doch mit etwas positivem, bevor ich leider zu den Punkten kommen muss, die mir überhaupt nicht gefallen haben. Von der ersten Seite an hatte ich das Gefühl, dass der Schreibstil wie für mich gemacht ist. Er las sich wunderbar, war flüssig und ich konnte schnell ins Geschehen eintauchen. Persönlich hätte ich es allerdings bevorzugt, wenn die langen Textblöcke aufgelockerter und die Kapitel nicht so elendig lang wären.  

Gerade am Anfang des Buches hatte ich echt Hoffnung, dass ich es mag. Doch dann kam das Mobbing, das Body-Shaming, das permanente Niedermachen unserer weiblichen Protagonistin – sowohl durch andere als auch durch ihre eigenen Gedanken – und mir wurde es irgendwann schlicht zu viel. Gewicht war und ist für mich ohnehin ein empfindliches Thema, doch so wie Maren hier dargestellt wird – passiv, lethargisch, komplett ohne Selbstliebe – blieb sämtlich Hoffnung, dass es mich doch noch begeistern könnte auf der Strecke. Und dann kam zusätzlich der Moment, als Maren abnimmt und Will urplötzlich bemerkt, wie hübsch sie doch ist. Und ab dieser Stelle habe ich aufgegeben dem Buch noch positives abgewinnen zu wollen, weil die Botschaft dahinter sehr stört. Ich gehe nicht davon aus, dass es das Ziel der Autorin ist uns weismachen zu wollen, dass dicke Menschen automatisch hässlich sind, doch über diesen Punkt hinaus kann und möchte ich gerade nicht weiterlesen. Allerdings habe ich mir mal die Zeit genommen die Danksagung am Ende zu lesen, was mir Hoffnung gibt, dass alle die dranbleiben bzw. den zweiten Teil lesen, irgendwann an den Punkt kommen, bei dem die inneren Werte unserer Charaktere zum Zug kommen.  

Willjareth, der Verlobte von Maren, wird mir noch lange als einer der schlimmsten männlichen Protagonisten in Erinnerung bleiben, von denen ich jemals gelesen habe. Seinen Umgang mit Maren fand ich schrecklich. Er verhält sich kindisch, ekelhaft, ist verblendet von der Meinung dazu gehören zu müssen und das um jeden Preis. Es gab so viele Momente – besonders die Hochzeitsnacht – wo ich gebetet habe, dass Maren ihm für sein widerliches Verhalten ins Gesicht schlägt. Ich hätte das getan. Anfangs hatte ich auch ihn betreffend Hoffnung, dass er irgendwann merkt, was er an Maren hat, aber ewig geht es nur um seinen Platz als König – für welchen er ähnlich wie sein Konkurrent überhaupt nicht geeignet ist – und darum, dass er sich mit seinem unwirschen Verhalten seiner Frau gegenüber gerade mal nicht auseinander setzten möchte, oder überhaupt jemals. Er ist ein Trunkenbold und Lustmolch, ohne Schamgefühl und mit einem zur Unkenntlichkeit verkümmertem Herzen.  

Ab Seite 250 bis 300 habe ich es dann endgültig beiseitegelegt, weil ich gemerkt habe, dass ich den Text zwar mit den Augen verfolgt habe, aber die Wörter nicht mehr gelesen habe. Klar, das Buch ist Dark Fantasy, aber mir war es zu negativ in zu vielen Facetten.  

Von mir gibt es 2 von 5 Sternen. 

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