Dienstag, 2. Juni 2026

[Rezension] Spiel des Lügners

Autor: Jessica S. Olson 

Titel: Spiel des Lügners - Schattenbrüder-Dilogie, Band 1 

Gattung: Romantasy 

Erscheinungsdatum: 25. Februar 2026 

Verlag: Fischer Sauerländer Verlag 

Preis: 21,90 € (Gebundenes Buch) & 14,99 € (Kindle-Edition) 

Seitenzahl: 480 Seiten 

Hüte dich vor meinen Täuschungen, kleine Diebin … 

Lola St. James hat nur ein Ziel: das magische Turnier im Casino des Lügners zu gewinnen und dabei ein magisches Artefakt zu stehlen – für ihren Boss, den Dieb. Damit sie beim Turnier teilnehmen darf, muss sie allerdings ein tödliches Geheimnis als Wetteinsatz einbringen: Sie ist die totgeglaubte Tochter eines Gangsters. Lola ist fest entschlossen, alles auf diese Karte zu setzen. Doch sie hat nicht mit dem Zauber, den Intrigen und den dunklen Versuchungen des magischen Casinos gerechnet – oder mit der unwiderstehlichen Anziehungskraft seines Besitzers … 

Als ich dieses wunderschöne Cover gesehen habe, stand für mich fest, dass ich dieses Buch auf jeden Fall haben möchte. Zwar kannte ich Jessica S. Olson, die Autorin, bisher überhaupt nicht, aber inhaltlich klang die Geschichte einfach nur super vielversprechend.  

Mit wenigen Ausnahmen erleben wir „Spiel des Lügners“ nur aus Sicht unserer weiblichen Protagonistin Lola, welche am Würfelspiel des Lügners teilnimmt, um dessen Bruder den Dieb, von seinem Fluch zu befreien. Lola ist eine clevere Diebin, die sich darauf versteht, sich aus brenzligen Situationen zu retten – in die sie sich allerdings gerne selbst gebracht hat. Spannend fand ich es tatsächlich, dass Lola schielt bzw. eine Sehschwäche hat – was ich bisher in viel zu wenigen Büchern gelesen habe. Für mich persönlich misst Lola zu häufig mit zweierlei Maß. Einerseits wird ihr viel zu spät klar, was ihre Diebstähle anderen antun, dann wieder wirft sie mit Vorwürfen um sich, die ebenso genauso auf sie selbst zutreffen könnten. Grundsätzlich kann ich ihren Charakter und auch ihr Verhalten verstehen, doch hundertprozentig sympathisch war sie mir leider nie.  

Ich liebe die Grundidee dieses Buches abgöttisch. Gerade das Casino als wichtigstes Setting, vermischt mit Magie, Würfelspielen und jeder Menge Lügen, umfasst von einer Welt voller Glauben an mystische Göttlichkeiten, hat mir richtig gut gefallen. Doch die Ausarbeitung verlangt für mich nach etwas mehr Fingerspitzengefühl. Einige Dinge waren nicht so schön erklärt, finde ich, wie das Potenzial es durchaus hergegeben hätte. Andere Dinge wiederrum – sowohl Idee als auch Plot betreffend – haben für mich nicht gänzlich Sinn ergeben. Als Beispiel: Im Laufe des Buches darf Lola das Casino aus Gründen nicht mehr betreten, aber durch eines der Fenster im oberen Stockwerk geht es dann merkwürdigerweise doch – bei Enzo, ihrem Partner in Crime sozusagen, gilt dies nicht.  

Außerdem hätte ich gerne gesehen, dass der ein oder andere Plot-Twist noch schöner ausgearbeitet worden wäre. Lola kommt superschnell hinter Nics Geheimnis, wenngleich es nicht das größte Mysterium der Geschichte ist. Auch hier fehlt es mir an Feinheit, an Ausgereiftheit den Schock der Erkenntnis in mir selbst wachzurufen.  

Irgendwie habe ich den Eindruck bekommen, dass das Turnier spannender wäre. Doch sowohl die Herausforderungen als auch das Finale waren ziemlich unspektakulär. Auch viele der offenbarten Geheimnisse beziehen sich immer wieder nur auf Lola, statt auch mal dem großen Ganzen entgegenzuspielen, dass es mich irgendwann etwas angeödet hat. Auch so gab es zwar viel emotionale Spannung, aber darüber hinaus, bleibt die Action irgendwie schnell auf der Strecke.  

Dennoch möchte ich gerne erfahren, wie Lolas Geschichte weitergeht und wie sie versucht ihre eigene Freiheit zurückzuerlangen.  

Von mir gibt es 3,5 bis 4 von 5 Sternen. 

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