Autor: Marie Grasshoff
Titel: I am the Blade – House of Blades Band 1
Gattung: Dark-Romantasy
Erscheinungsdatum: 29. Juni 2026
Verlag: Lübbe Verlag
Preis: 18,00 € (Paperback) & 12,99 € (Kindle-Edition)
Seitenzahl: 608 Seiten
»Das Haus« entscheidet über Leben und Tod, um die Welt vor der alles verzehrenden Dunkelheit zu retten - und Seren ist die Assassine, die von ihm geschickt wird, um zu richten. Als sie den Rebellen Vale tötet, wird seine Seele zur mächtigsten Waffe in ihrem Besitz. Doch er lässt sich nicht einfach bändigen. Seren will seine Kraft, Vale will ihren Tod. Als ein Verrat das Haus erschüttert, müssen sie sich entscheiden: einander vernichten oder Seite an Seite überleben? Doch in dem Netz aus Lügen, Gewalt und Verrat wächst etwas zwischen ihnen, das ebenso gefährlich sein könnte wie die Dunkelheit selbst.
Nachdem ich das große Glück hatte das letzte Exemplar dieses Buches in der Buchhandlung meines Vertrauens zu ergattern, konnte ich es nicht allzu lange auf meinem Stapel ungelesener Bücher versauern lassen. Ich war der felsenfesten Überzeugung bereits etwas von Marie Grasshof gelesen zu haben, dass ich ehrlich überrascht feststellen musste, dass dem nie so war. Ändert aber nichts daran, dass ich es trotzdem unbedingt lesen wollte.
Ohne lange Vorrede, hätte mich jemand nach den ersten 100 Seiten gefragt, hätte ich gewettet, dass diese Geschichte für mich ein Highlight wird. Wenn ich diesen Satz so schreibe, könnt ihr es euch wahrscheinlich schon denken, aber ein 5-Sterne-Buch ist es leider nicht geworden. Durch private Umstände und einige Längen im Text selbst habe ich am Ende doch sehr lange dafür gebraucht. Die ersten Kapitel waren so herrlich actionreich und voller Informationen, dass ich nach Selens Aufbruch nach Myr irgendwie den inneren Faden verloren habe. Und ewig nicht zurückfand. Ich habe wirklich lange gebraucht, um wieder einen halbwegs zufriedenstellenden Zugang zum Plot zu finden und das ist wohl einer der Gründe, warum es mir letztlich leider nicht so gut gefallen hat, wie zu Beginn.
Auch mit Selen, unserer weiblichen Protagonistin, bin ich nicht so richtig warmgeworden. Ich erkenne die Vision, die die Autorin uns vermitteln wollte, denke ich. Selen möchte um jeden Preis an das Haus glauben, weil sie nichts anderes kennt. Sie vertraut so wenigen Leuten, weil Vergangenheit und Gegenwart ihr gezeigt haben, dass es so leichter ist. Sie ist emotional, auch in Gedanken, zu zurückhaltend für meinen Geschmack. Und da wir das Buch aus ihrer Sicht erleben, wirkt auch der Rest nicht so intensiv, wie der Plot es durchaus hergibt. Vales Tod bekam nie den Effekt, den er hätte haben können. Denn Selen ist zudem sehr von sich selbst überzeugt, wie die Tatsache belegt, dass sie regelrecht schockiert ist, als er sich ihr verweigert.
Den Plot fand ich wahnsinnig faszinierend und interessant. Angefangen bei den Waffenlagern aus anderen Dimensionen, wo jeder Schatten seine eingelagerten Waffen zu jeder Zeit quasi aus dem Nichts beschwören kann. Die Echos, wie Vale eines ist. Die legendären Waffen. Aber ebenso die erdrückende Dunkelheit als den unbezwingbaren Feind. Gleiches gilt logischerweise für den Konflikt zwischen dem herrschendem Haus und eigentlich allen anderen.
Die Beziehung zwischen Selen und Vale kam für mich viel zu spät und dann zu plötzlich. Ich meine, dass die erste Hälfte des Buches was das angeht, unfassbar belanglos vorbeizieht und dann springen die beiden mir nichts dir nichts einfach so zusammen in die Kiste? Ne. Das habe ich gar nicht gefühlt. Die beiden sind keine schlechte Kombi, aber ich habe Anziehung und Verbundenheit doch sehr vermisst.
Bin ich beim zweiten Teil dennoch mit von der Partie? Auf jeden Fall. Nach diesem Ende muss ich unbedingt wissen, wie Selens und Vales Reise weitergeht. Und viel wichtiger noch, wie die Dunkelheit bekämpft werden soll.
Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.





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