Dienstag, 20. Oktober 2026

[Rezension] The Enemy's Daughter

Autor: Melissa Poett 

Titel: The Enemy's Daughter 

Gattung: Romantasy 

Erscheinungsdatum: 26. Mai 2026  

Verlag: Dragonfly Verlag 

Preis: 16,00 € (Paperback) & 12,99 € (Kindle-Edition) 

Seitenzahl: 401 Seiten 

Vor dreißig Jahren wurde die Republik gestürzt. Nun herrscht zwischen dem reichen Kingsland und den fünf Klans ringsherum ein erbitterter Kampf um das Land und um Macht. Die junge Heilerin Isadora riskiert jeden Tag ihr Leben, und auf einer ihrer unerlaubten Hilfsmissionen wird sie von einem Giftpfeil getroffen. Tristan, ein Assassine des Kingsland, rettet sie im letzten Moment mit seiner Magie, doch dadurch sind die beiden durch ihre Gedanken und Gefühle aneinander gebunden. Isadora wittert ihre Chance, auf diesem Weg ihren Klan retten zu können, aber dazu muss sie ihr Herz öffnen … 

Beim Stöbern in meiner Lieblingsbuchhandlung bin ich über dieses schöne Cover gestolpert, an dem ich einfach nicht vorbeigehen konnte. Ich weiß, Menschen auf dem Cover sind in der Buchszene durchaus diskutabel, aber daran habe ich mich noch nie gestört. Auch der Inhalt klang nach einer tollen Geschichte für Zwischendurch, wobei es auch geblieben ist.  

Ehrlicherweise hatte ich von Vorneherein den Verdacht, dass es keine besonders tiefsinnige oder komplexe Geschichte sein könnte, was in erster Linie daran lag, dass das Buch mit knappen 400 Seiten relativ kurz ist. Und ich musste Recht behalten. Die Idee, dass die Geschichte in einer dystopischen Welt spielt und sowohl gegenwärtige Aspekte als auch eher rückständige Dinge mitbringt, mochte ich total gerne. Doch genauso war ich zwischendrin immer mal wieder verwirrt darüber, dass die Leute zwar auf Pferden reiten, es aber auch ein paar wenige Automobile gibt, dass mit Pfeil und Bogen gekämpft wird, aber ebenso mit Pistolen. Und so saß ich vor diesem Buch und bin über den ein oder anderen Satz dann doch gestolpert, denn das Worldbuilding ist nun mal alles andere als komplex. Wie das Land zerstört wurde oder besser gesagt durch wen. Was war der Auslöser für die Bomben? Wie viel von der Welt wurde bereits wieder entdeckt? Es gibt so vieles, was mir an Wissen fehlt, dass es mir mein kleines Leserherz bricht.  

Isadora, unsere weibliche Protagonistin, ist leider auch nicht der hellste Stern am Firmament, wenn ich das mal so sagen darf. Es gab jede Menge Entscheidungen, bei denen ich ihren Gedankengängen nicht ganz folgen konnte, da diese zu abgehackt und zu einfach waren. Ich habe mich einige Male dabei erwischt, wie ich über sie mit den Augen gerollt habe, weil ihr Charakter so schmerzlich oberflächlich ist. Wir sehen sie zu wenig mit ihrer Familie, insbesondere ihrem Vater. Der Beziehung zu Tristan fehlt es an dringend benötigter Tiefe, an Zärtlichkeit und echten Emotionen.  

Müsste ich „The Enemy´s Daughter“ in einem Wort zusammenfassen wäre es wohl vergessenswert. Die Geschichte ist nicht total furchtbar, aber es fehlt an allen Ecken und Enden an Facettenreichtum, Fingerspitzengefühl, an liebevollen Details, aber wichtiger noch an Gefühl. So für Zwischendurch kann man es durchaus lesen, aber unbedingt weiterempfehlen müsste ich es für nicht.  

Von mir gibt es 3 von 5 Sternen. 


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