Donnerstag, 22. Oktober 2026

[Rezension] Cursed for Good

 
Autor: Amy Coombe 

Titel: Cursed for Good 

Gattung: Romantasy 

Erscheinungsdatum: 19. Juni 2026 

Verlag: Kyss Verlag 

Preis: 18,00 € (Paperback) & 9,99 € (Kindle-Edition) 

Seitenzahl: 448 Seiten 

Prinzessin zu sein, ist gar nicht so leicht: Die kleinen Feen im Königsgarten beißen, die Kronen verfangen sich nur allzu leicht in den Haaren, und zwischen den vielen Reisen, Eröffnungszeremonien und königlichen Bällen bleibt kaum Zeit zum Lesen. Als Tandy verflucht wird, in einem Buchladen zu leben, bis sich ihr Herzenswunsch erfüllt, ist das daher wie ein wahr gewordener Traum. Endlich hat sie alle Zeit der Welt, sich ihren Büchern zu widmen – nur eine pubertierende Shopassistentin (ihre Drachenflügel stoßen ständig die Regale um) und ein bücherstehlender Pirat (er ist attraktiver, als gut für ihn – und Tandy – ist) machen ihr das Leben schwer. Zudem sind Tandys Eltern gar nicht begeistert. Sie entsenden die Prinzen der umliegenden Reiche, um Tandy zu umwerben und von ihrem Fluch zu befreien. Denn ist es nicht der Herzenswunsch einer jeden Prinzessin, ihren Prinzen zu finden? Oder doch eher einen sexy Piraten? 
Als ich im Buchladen meines Vertrauens unterwegs war, konnte ich einfach nicht an diesem Schätzchen vorbei gehen, ohne es in die Hand zu nehmen. Denn, alleine die Wörter "verfluchter Buchladen" und "Pirat" konnten meine Aufmerksamkeit innerhalb von Sekunden bannen.  

Ich kenne bereits das ein oder andere cozy Fantasy/Romantasy-Buch, muss aber sagen, dass dieses leider nicht an meine Favoriten heranreicht. Tatsache ist, dass "Cursed for Good" definitiv hält, was es verspricht. Es ist warmherzig, gemütlich und herrlich magisch. Gerade der verfluchte Buchladen macht als Setting wirklich einiges her. Ich liebe dessen überlaufene, aber liebevolle Gestaltung. Ich liebe die Blaukappen, die nicht ganz so unsichtbare Katze, den Steckrübenvorrat und die vielen kleinen Details, die das Buch zum Leben erwecken.  

Das Drumherum macht mich leider nicht so glücklich. Klar, soll diese Geschichte kein literarisches Meisterwerk darstellen, sondern grundsätzlich nur eine schöne entspannte Zeit bescheren. Und doch sind mir ein paar kleine Logiklücken aufgefallen, die mich stören. Warum wird niemand zu Tandys Schutz dort gelassen? Schließlich ist sie eine Prinzessin, und reißt mit einer ganzen Entourage durch die Lande? Warum vermisst Tandy nicht ein einziges Mal, selbst das Gefühl vor die Tür gehen zu können? Alleine die Sehnsucht das kleine Städtchen erkunden zu dürfen oder ihre Freunde zu besuchen, kommt irgendwie kein einziges Mal auf. Das fand ich merkwürdig.  

Tandy ist zuckersüß, eindeutig zu nett und braucht sehr, sehr lange um endlich für sich selbst einzustehen und mir persönlich ging es mit ihrem Herzenswunsch dann doch einen kleinen Ticken zu schnell. Die Gespräche zwischen ihr und dem Piraten habe ich aufgrund des Humors abgöttisch geliebt. Auch einige Interaktionen mit den Prinzen fand ich zum Totlachen und hätte mir fast noch mehr davon gewünscht. Auch wenn ich gerne gesehen hätte, dass wir weniger Prinzen zu Gesicht bekommen und dafür mehr tiefergehende Emotionen. Denn irgendwie sind die echten Gefühle bei mir selbst leider etwas auf der Strecke geblieben.  

Die große Auflösung um Tandys Herzenswunsch und des Piraten Fluch fand ich ehrlich gesagt zu unspektakulär. Ich meine, ich habe jetzt keine Action oder Spannung erwartet, aber enttäuscht bin irgendwie trotzdem. Nach Bashs Geheimnistuerei und seiner Aussage, dass Tandy den Respekt vor ihm verlieren könnte, dachte ich bei mir, schauen wir mal was da kommt. Und die Auflösung war so öde. So langweilig. Und leider nur halb so überzeugend, wie sie hätte sein können.  
 
Es ist kein schlechtes Buch, aber mit meinen Erwartungen mithalten, konnte es trotz aller Magie leider nicht. Doch für Zwischendurch, zum Abschalten und Entspannen eignet es sich perfekt.  

Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen. 

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