Donnerstag, 5. November 2026

[Rezension] Weavingshaw

 


Autor: Heba Al-Wasity 

Titel: Weavingshaw 

Gattung: Romantasy 

Erscheinungsdatum: 30. April 2026 

Verlag: Forever Verlag 

Preis: 23,99 € (Gebundenes Buch) & 14,99 € (Kindle-Edition) 

Seitenzahl: 544 Seiten 

Je dunkler das Geheimnis, desto höher der Preis. 

Leena hat ein schreckliches Geheimnis: Die Toten sprechen nur zu ihr. Um ihren Bruder zu retten, verkauft sie ihr Geheimnis an den unergründlichen Saint, einen Mann, der Schuld in Gold verwandelt. Trotz aller Warnungen gerät Leena in die Fänge des Saints und muss für ihn einen Geist finden. Die Suche führt sie in die düsteren Hallen von Weavingshaw, einem verfluchten Anwesen auf den Mooren. Dort beginnt ein gefährlicher Tanz aus Anziehung und Verrat … 

Da ich immer wieder auf der Suche nach dem nächsten Lieblingsbuch bin, fiel meine Wahl zuletzt auf „Weavingshaw“, weil es nach etwas anderem klang, das Cover atmosphärisch aussah und ich ohnehin gerne neuen Autoren eine Chance gebe. Zwar habe ich es letztlich nicht so extrem genossen, wie das Potenzial es hergab, aber weitere Bücher von Heba Al-Wasity würde ich in jedem Fall lesen.  

Die größte Schwäche des Buches ist meiner Meinung nach das berühmte berüchtigte, dem Titel entsprechende, Weavingshaw. Ein altes Anwesen aus Kriegszeiten mit jeder Menge Ländereien drumherum. Denn so ganz kann ich die Fixierung des Saints der Stille darauf einfach nicht greifen. Auch sehen wir davon zu wenig und betreten dessen Grund und Boden in meinen Augen zu spät. Die Suche nach dem Geist wirkt lange Zeit nicht halb so wichtig, wie es in den ersten Kapiteln den Eindruck gemacht hat. Ich hätte gerne gesehen, dass wir länger dort verweilen und dessen düstere Atmosphäre, dessen Vergangenheit und dessen Wert für Saints in ihrem Kern besser greifen können.  

Das Worldbuilding fand ich superspannend, hatte aber ebenso den Eindruck, dass es noch ein wenig ungeschliffen und kantig wirkt. Die ganze Sache mit den Saints, den Dämonen, den geklauten Geheimnissen, aber ebenso Leenas Fähigkeit Geister zu sehen, verschwimmen manchmal zu sehr im politischen Alltag. So las es sich für mich mehr wie Urban Fantasy, auch wenn die Ländereien alle ausgedacht waren.  

Darüber hinaus kann ich allerdings sagen, dass die langsam ansteigende Anziehung der beiden Protagonisten für mich ganz wunderbar funktioniert hat. Gerade Leenas anfänglicher Hass, ihre Wut und auch ihre Zurückhaltung all ihre Geheimnisse preiszugeben gegen ihr späteres zartes Vertrauen, ihr Wunsch ihn zu beschützen und ihre Zuneigung. Leena ist eine starke Frau, die trotz der Umstände immer wieder für sich selbst einsteht, dabei aber ihre Güte behalten hat. Gerade wenn es um das Leben ihres Bruders, aber ebenso ihres Vaters geht, merken wir immer wieder deutlich wie groß ihr Herz ist.  

St. Saint ist verschlossen, intelligent und sehr geübt darin seine Emotionen hinter einer ausdrucklosen Maske zu verstecken. Er ist herrlich morally grey, denn obwohl wir eine Weile brauchen, um seine Beweggründe zu verstehen, ist er nie grundlos grausam. Ja, er sammelt Geheimisse von Menschen, doch für einige ist der Preis dafür höher als für andere. Mir hat es gefallen zu sehen, wie immer wieder der Mann hinter dem Geschäftsmann hervorgeblitzt ist, wie er versucht hat Leena zu schützen und je nach Winkel des Betrachters das richtige zu tun.  

Der Schreibstil ist ganz angenehm, allerdings war er mir an einigen Stellen doch ein wenig zu zurückhaltend. Gerade was Spannung und Emotionalität anging kam ich doch recht häufig an den Punkt, an dem ich mir schlicht mehr gewünscht hätte. Einige Geschehnisse gingen mir zu schnell, andere waren zu langweilig. Da fehlt für mich noch ein wenig das Fingerspitzengefühl das Buch zum Leben zu erwecken.  

Zugegebenermaßen dachte ich die ganze Zeit, dass es sich hierbei um einen Einzelband handelt – tut es nicht -, es wird wohl eine Trilogie. Ich bleibe der Reihe also treu und hoffe, dass die nächsten Bände mich noch etwas mehr verzaubern können. 

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen. 

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