Donnerstag, 21. Mai 2026

[Rezension] Wolke sieben ganz nah

Autor: Kristy Greenwood 

Titel: Wolke sieben ganz nah 

Gattung: Rom-Com 

Erscheinungsdatum: 1. Juli 2024 

Verlag: Knaur Verlag 

Preis: 16,99 € (Paperback) & 9,99 € (Kindle-Edition) 

Seitenzahl: 352 Seiten 

Mit 27 Jahren in ihrem leicht peinlichen Nachthemd an einem Mikrowellen-Burger zu ersticken, stand definitiv nicht auf Delphi Bookhams To-do-Liste. Trotzdem findet sich die Londonerin genau auf diese Weise im Nachleben wieder – das leider ganz und gar nicht so ist, wie sie es sich vorgestellt hatte. 

Nichts scheint im Jenseits so richtig zu funktionieren, angefangen bei der verkratzten VHS-Kassette, auf der Delphi sich die High- und Lowlights ihres Lebens anschauen soll. Doch dann steht sie plötzlich dem attraktivsten Mann gegenüber, dem sie je begegnet ist. Als sein umwerfendes Lächeln sie gerade für alles zu entschädigen scheint, wird der Fremde jedoch mit dem Kommentar »großer Fehler« auf die Erde zurückgeschickt! 

Wie immer, wenn ich an Mängelexemplaren vorbeikomme, bin ich in Versuchung geraten dieses Buch zu kaufen. Der Inhalt klang humorvoll und vielversprechend, und bei dem kleinen Preis, dachte ich mir, dass ich damit wohl nichts falsch machen kann. Und damit lag ich hier tatsächlich goldrichtig. Denn „Wolke sieben ganz nah“ ist ein wunderschönes und zauberhaftes Buch.  

Natürlich klingt es nicht besonders zauberhaft an einem Mikrowellen-Burger zu ersticken und doch habe ich mich von der ersten Sekunde an sehr mit Delphi verbunden gefühlt. Und ich habe auch viele Elemente meiner selbst in ihr wiedergefunden, angefangen bei dem Grund aus dem Delphi sich vor der Welt versteckt. Sie ist das beste Beispiel, was Mobbing in der Jugend mit einem macht. Ich konnte ihre Angst und ihre Zweifel, ihr Bedürfnis nach Selbstschutz, aber ebenso nach bedingungsloser Liebe wunderbar nachvollziehen, habe mit ihr mitgefiebert, gelitten, wie auch gelacht und gelebt. So muss sich eine perfekte Protagonistin für mich emotional anfühlen. Und doch, muss ich am Ende einen halben Stern abziehen, weil ich den Eindruck hatte, dass Delphis Angst und Zweifel im Voranschreiten des Buches nicht genug Aufmerksamkeit bekommen. Ja, wir merken ihre Unsicherheit, aber häufig hätte ich gerne noch den ein oder anderen lauten Zweifel von ihr gesehen. Sie springt von einer Idee in die nächste, wofür ich sie bewundere und liebe, und doch hätte ich auf emotionaler Ebene ab Mitte des Buches gerne mehr Facettenreichtum gesehen.  

Cooper, als ihr unfreiwilliger Reisebegleiter ist ebenso ein toller Nebencharakter wie alle anderen Menschen, denen wir im Verlauf der Geschichte begegnen. Ich würde sogar behaupten, dass diese essenziel für die Großartigkeit dieses Buches sind. Die unterschiedlichen Wesensarten, die Gespräche, der Humor, herrlich sag ich euch. Diese Dynamik braucht in meinen Augen jedes Buch.  

Die Sache mit dem Leben nach dem Tod – sozusagen – könnte für mein Romantasy-Herz wesentlich besser ausgearbeitet sein, denn trotz der Tatsache, dass es dem Buch einen tollen Twist gibt, machen einige Dinge so, ohne Erklärungen, für mich keinen Sinn. Darüber kann ich allerdings hinwegsehen, denn es handelt sich nun mal um eine RomCom, wurde so beworben und liest sich auch genauso. Dennoch glaube ich, dass wir bei so einer recht kurzen Geschichte durchaus genug Raum für etwaige Beschreibungen gehabt hätten.  

Nichtsdestotrotz kann ich euch „Wolke sieben ganz nah“ aus tiefstem Herzen empfehlen! Auf einfache, ja fast simple Art wird hier sehr deutlich gemacht, wie sehr einen die Realität manchmal ängstigen kann, und dennoch wird deutlich, dass Leben nun mal heißt alle Facetten – die guten wie die schlechten – zu erleben.  

Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen. 

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