Freitag, 30. Dezember 2022

[Rezension] Die Drachenhexe - Band 1: Licht und Schatten

Autor: J. K. Bloom

Titel: Die Drachenhexe; Band 1: Licht und Schatten

Gattung: Romantasy

Erscheinungsdatum: 11. Oktober 2019

Verlag: Sternensand Verlag

ISBN: 978-3-038960898

Preis: 14,90 € (Taschenbuch) & 6,99 € (Kindle-Edition)

Seitenzahl: 446 Seiten


Einst belegte eine mächtige Hexe Prinzessin Freyja mit einem Fluch. Dieser war so abscheulich, dass sie zu einem wahren Monster ohne Gewissen heranwuchs, während dämonische Kräfte in ihr erwachten. Sie stürzte ihre Eltern vom Thron und ummantelte ihr Königreich mit ewiger Dunkelheit, in die kein Außenstehender mehr einen Fuß zu setzen wagte.

Erst als mit Lucien ein Engel geboren wird, schöpfen die fünf Lande wieder Hoffnung. Denn seine Aufgabe soll es sein, die dunkle Königin nach einem Jahrhundert ihrer Herrschaft zu vernichten und dem Verderben ein Ende zu setzen.

Doch als Licht und Schatten aufeinandertreffen, merkt Lucien, dass da noch ein Funken der guten Prinzessin in Freyja verborgen zu sein scheint - und begeht einen verhängnisvollen Fehler: Er zögert.


Hier gefällt mir vor allem die Schlichtheit in Kombination mit den Details. Das Drachenschuppen-Muster, die Verzierungen in den zwei Ecken, sowie der goldene Riss inmitten der Dunkelheit spiegeln sehr gekonnt den Inhalt des Buches und auch des Titels wider. 



"Mitleid war Schwäche, Güte Verschwendung, Vergebung eine Lüge."


Für mich ist dieses Buch das zweite aus dem Sternsand Verlag, aber das erste dieser Autorin. Neben einigen anderen Büchern habe ich dieses bei der Rabattaktion des Verlages vor einigen Wochen gekauft, und es vor kurzem gelesen. 

Wir durchleben die Geschichte der Drachenhexe aus der wechselnden Sicht von Freyja und Lucien. Für mich war gerade Freyja von Anfang an ein sehr interessanter Charakter. Ich muss allerdings gestehen, dass ich ihr Verhalten zu Beginn als sehr eintönig empfunden habe. Dennoch finde ich ihr düsteres Wesen in Kombination mit ihrer Vergangenheit durchaus nachvollziehbar, ich hätte mir trotzdem mehr Vielfalt gewünscht. Zum Ende des Buches hin, fand ich zudem, dass die Reue für all die schrecklichen Dinge, die sie getan hat viel zu kurz kommt. Zudem finde ich ihr Verhalten teils sogar etwas naiv. Sie ist schließlich einige Jahrhunderte alt und fällt dennoch auf einige sehr einfache und simple Tricks herein. Insgesamt also eine spannende Protagonistin, der es einfach noch etwas an Tiefe fehlt. 

Lucien, der Gesandte der Engel, ist mein persönlicher Favorit des Buches. Mir gefällt seine Gradlinigkeit und dass er nicht jedes Wort für bare Münze nimmt. Als Freyjas Gegenstück macht er einen fähigen, wenn auch menschlichen Eindruck. Im Gegensatz zur Prinzessin wird bei ihm schnell offensichtlich, dass er ein normales und einfaches Leben seinem vorherbestimmten Ziel vorziehen würde. Nach Beenden des Buches möchte mir eine Kleinigkeit nicht so ganz aus dem Kopf gehen - nach dem Angriff auf sein Heimatdorf und nachdem er seine Schwester gefunden hat, finde ich es merkwürdig, dass er sich so wenig für den Verbleib seiner Eltern interessiert. Dabei wird vorher sehr deutlich, wie viel ihm seine Familie bedeutet. Außerdem muss ich sagen, dass ich es sehr vorhersehbar fand, wie dieser Band für ihn ausgeht. 

Ich hätte mir insgesamt mehr Dynamik zwischen den beiden Protagonisten gewünscht. Beispielsweise die Gefühle, die die beiden unbewusst füreinander entwickeln. Ich glaube, wenn wir - über die Abneigung hinaus- davon mehr bekommen hätten, würde die Interaktion der beiden etwas anders aussehen. Vielleicht mehr zufällige Berührungen, mehr Blickkontakt, mehr Leugnen der Empfindungen. Whatever, hier fehlte es mir einfach an Tiefe. Dies gilt ähnlich für die Nebencharakter des Buches, da diese eigentlich nur mit Freyja und Lucien interagiert haben.

Aber apropos Ende. Das Ende war spannend und insgesamt gut gemacht. Wie bereits geschrieben, fand ich einige Dinge leider sehr vorhersehbar. Gleichzeitig gibt der Verlauf des Bandes in Kombination mit dem Ende, genügend Raum für den zweiten Band. Den Spannungsbogen fand ich ganz ok. Ich habe hier einfach das Gefühl, dass hier noch etwas Fingerspitzengefühl fehlt um das vorhandene Potenzial gänzlich auszunutzen. Guter, starker Schreibstil, der aber gerade bei den Plottwist das bereits erwähnte Fingerspitzengefühl vermissen lässt. 

Besonders gefallen tun mir allerdings die kleinen Illustrationen an den Kapitalanfängen, noch besser finde ich allerdings die dazugehörige Karte.

Zusammengefasst hat dieses Buch durchaus positive Eigenschaften, wie die interessanten Charaktere, eine schöne Aufmachung und einem starken Ende - aber ebenso negative Eigenschaften, wie die fehlende Charaktertiefe, den unausgereiften Spannungsbogen und einige Vorhersehbarkeiten. Es besteht also noch Luft nach oben. 

Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.


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