Donnerstag, 12. Februar 2026

[Rezension] Stranger Skies

Autor: Pascale Lacelle 

Titel: Stranger Skies – Die Gezeiten-Saga, Band 2 

Gattung: Fantasy / Jugendbuch 

Erscheinungsdatum: 25. Juni 2026 

Verlag: Fischer Sauerländer Verlag 

Preis: 22,90 € (Gebundenes Buch) & 14,99 € (Kindle-Edition) 

Seitenzahl: 736 Seiten 

Das Öffnen verschlossener Türen hat seinen Preis – selbst für diejenigen, die einen Schlüssel besitzen … 

Im renommierten Aldryn College für Mondmagie hat ein neues Semester begonnen, und Emory und Romie stehen – im Traum – vor einer verschlossenen Tür. Als sie das Portal zu einer anderen Welt aufstoßen, wecken sie damit eine finstere Macht, die nur ein Ziel hat: das College zu zerstören. Welches dunkle Geheimnis verbirgt sich in den alten Gemäuern, das einen solchen Gegner auf den Plan ruft? Natürlich wollen Baz und Kai ihren Freundinnen zur Hilfe eilen, doch ein Missgeschick katapultiert sie stattdessen in die Vergangenheit der magischen Elite-Uni – in die Zeit, als ihre eigenen Held*innen hier studiert haben und das Lied der ertrunkenen Götter gerade erst geschrieben wird … 

Letztes Jahr habe ich bereits den ersten Band dieser Reihe gelesen und trotz der Tatsache, dass die Autorin sehr viel um den heißen Brei herumredet, habe ich den Start in dieses Universum wirklich genossen. Da allerdings auch dieser zweite Band mit über 700 Seiten ein ganz schöner Klopper ist, ist er so lange ungelesen liegen geblieben.  

Was mir an beiden Bänden bisher ausgesprochen gut gefallen hat, ist die Komplexität des Worldbuildings. Gerade jetzt, wo wir durch unterschiedliche Welten und Zeiten reisen, gibt es immer wieder neue Informationen, neues Wissen, welches sich die Protagonisten aneignen, aber genauso neue Geheimnisse, neuer Verrat und alles verbunden durch das Buch „Lied der ertrunkenen Götter“. Auch die Magie der unterschiedlichen Mondphasen, die Schlaflandschaft, der Schatten oder die Schlüssel zum Öffnen der Tore – ihr seht hier gibt es unendlich viel zu entdecken und doch wünschte ich mir, dass die Autorin hin und wieder schneller zum Punkt gekommen wäre. Ähnlich wie es mir beim ersten Band ergangen ist, hatte ich auch hier den Eindruck, dass wir locker 100 Seiten weniger gut hätten gebrauchen können.  

Mit Abstand zu allen anderen Pärchen sind Baz und Kai meine absoluten Favoriten. Gerade das Wissen darum, dass beide sich zueinander hingezogen fühlen, dass sie einander offensichtlich mögen und viele Etappen dieser Reise gemeinsam bewältigt haben, neben den kleinen Plänkeleien, den netten Dialogen und meiner riesigen Hoffnung, dass beide sich nach diesem Teil wiedersehen, kann ich sie nur lieben. Doch alle anderen sind, was meine Sympathien angeht auf den hinteren Rängen gelandet. Emory als Beispiel hat immer wieder Momente, wo ich ihre Dunkelheit, ihre Schuld, ihre Zweifel ganz gerne und gerade im Kontrast zu ihrem früheren Selbst sehr gerne gelesen habe und dann gab es Momente, wo ich ihr ewiges Gejammer nur noch satthatte. Romie konnte ich von dem ersten Kapitel aus ihrer Sicht nicht so wirklich ausstehen – für sie stand ab dem Zeitpunkt, als sie angefangen hat nach dem verlorenen Epilog zu suchen – nichts anderes mehr im Mittelpunkt. Es ging immer nur um sie und ihren Wunsch dem Lied zu folgen, ohne Rücksicht auf Familie, Freude oder Folgen.  

Ansonsten mag ich die Dynamik der Charaktere sehr gerne. Dazu muss allerdings gesagt sein, dass ich hier den starken Eindruck habe, dass die üblichen Textblöcke hier vermehrt vorhanden sind, während Dialoge eher rar gesät sind. Dadurch fühlt es sich mitunter an, als würden es eine Länge nach der anderen geben. Doch wenn man wirklich in die Geschichte eintaucht, mit den Protagonisten und Nebencharakteren mitfiebert und die Rolle der einzelnen Personen wahrnimmt – ähnlich wie die vielen unterschiedlichen Sichtweisen dieses Buches es uns bereits vormachen – kann man gut darüber hinwegsehen.  

Verwirrt bin ich allerdings über das Ende. Denn beworben wurde und wird, soweit ich das erkennen konnte, die Reihe als Dilogie – also zwei Bände. So fühlt sich der Schluss allerdings gar nicht an und ich gehe stark davon aus, dass es mindestens einen weiteren Teil geben wird. Ansonsten wäre den Ende extrem offen und damit auch irgendwie enttäuschend, denn ich habe noch jede Menge offener Fragen.  

 
Ein starkes Worldbuilding mit interessantem Setting, facettenreichen Charakteren, aber mitunter zu viel Informationsfluss und zu wenig Dynamik. Trotzdem hat das Lesen Spaß gemacht und ich bin gespannt wie es weitergeht.  


Von mir gibt es 4 von 5 Sternen. 

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